Altholz-Wohnzimmer
Bunte Altholz-Kommode – Farbfronten mit Patina kombinieren
Von Emilie Brüning · Altholz-Wohnzimmer
Eine bunte Altholz-Kommode bricht die rustikale Strenge auf und setzt einen fröhlichen Akzent. Die Kunst liegt darin, Farbfronten und gewachsene Patina so zu kombinieren, dass beides wirkt.
01Farbe und Patina kombinieren
Bunte Fronten wirken am besten, wenn der Korpus die ruhige Altholz-Patina behält. So entsteht Spannung, ohne dass das Möbel unruhig wird.
"Bei Altholz entscheidet die Sorgfalt im Detail — saubere Verbindungen und der richtige Schutz halten länger als jede schnelle Lösung."
02Welche Farben passen
Gedeckte Töne wie Salbeigrün, Petrol oder Senf harmonieren mit warmem Holz besser als grelle Reinfarben. Ein einzelner Farbakzent wirkt oft stärker als ein kompletter Farbmix.
Werkstatt-Tipps
- Vor jedem Schnitt mit Magnet auf alte Nägel prüfen
- Holz mindestens drei Wochen im Raumklima akklimatisieren
- Kanten brechen, damit keine Splitter entstehen
03Pflege der Oberflächen
Lackierte Fronten lassen sich feucht abwischen, die geölten Holzteile brauchen gelegentlich Pflegeöl. Beide Oberflächen vertragen sich gut, solange man sie unterschiedlich behandelt.
Inspiration umsetzen
Alte Farbschichten richtig prüfen: Blei in Vorkriegs- und 50er-Jahre-Anstrichen
Gerade die bunte Patina, die eine Altholz-Kommode reizvoll macht, kann ein unsichtbares Problem mitbringen: Bleiweiß-Pigmente. In Westdeutschland wurden bleiweißhaltige Beschichtungen bis etwa 1960 für Holzbauteile wie Türen, Fenster und Möbel verwendet; in den neuen Ländern blieben sie teils bis 1990 verfügbar. Erst seit 1989 ist Blei in Beschichtungen weitgehend verboten. Stammt der bunte Lack also von einem alten Bauernschrank oder einer Vorkriegstür, ist Blei nicht auszuschließen.
Der teure Fehler passiert beim Aufarbeiten: Wer alte Anstriche trocken abschleift oder abflämmt, setzt nach Angaben der BG BAU hohe Mengen bleihaltigen Staub und Dämpfe frei – gefährlich für den Bearbeiter und für Mitbewohner in der Werkstatt. Die saubere Lösung ist nasses Arbeiten bzw. chemisches Abbeizen statt Trockenschliff; korrekt abgebeizt entstehen keine bleihaltigen Aerosole oder Stäube.
In unserer Werkstatt gilt deshalb: bei unbekannter Herkunft erst die unterste Farbschicht beurteilen, im Zweifel einen Blei-Schnelltest aus dem Fachhandel nutzen und die alte Schicht möglichst erhalten oder nass entfernen – nicht wild wegschleifen.
- Bleiweiß auf Holz: in Westdeutschland bis ca. 1960 verbreitet (BG BAU)
- Blei in Beschichtungen: seit 1989 weitgehend verboten
- Riskanter Fehler: Trockenschliff/Abflämmen alter Lacke -> bleihaltiger Staub
- Sicherer: chemisch abbeizen oder nass arbeiten, Atemschutz tragen
- Bei unbekannter Herkunft: Blei-Schnelltest auf die unterste Farbschicht
Quelle: bgbau.de
