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Schadstoff-Risiko-Check: Was steckt im alten Holz?
Historisches Bauholz wurde oft chemisch behandelt — PCP, Lindan, DDT. Dieser Check schätzt anhand von Baujahr, Region und Einsatzort, welche Mittel plausibel sind. Er ersetzt keine Laborprüfung und stellt keine Gesundheitsdiagnose.
Er liefert nur eine historische Plausibilität — ob solche Mittel in dieser Bauzeit und Region typisch waren. Er ist keine Messung, keine Diagnose und keine Gesundheitsberatung. Sicherheit gibt allein eine akkreditierte Laboranalyse deines Holzes.
Warum altes Holz ein Chemie-Kapitel hat
Zwischen den 1950er und späten 1980er Jahren wurde in Deutschland fast jeder Dachstuhl vorsorglich chemisch behandelt — gegen Pilze und Insekten. Die dabei verwendeten Mittel gelten heute als hochproblematisch: PCP (Pentachlorphenol), oft mit Dioxinen verunreinigt, und Lindan, ein Insektizid. Verkauft wurden sie im Westen unter Namen wie Xylamon und Xyladecor. Das ist keine Panikmache, sondern der Grund, warum geborgenes Bauholz aus dieser Zeit vor der Verwendung im Wohnraum ein zweites Mal hingeschaut werden sollte.
Ost und West hatten verschiedene Gifte
Ein wichtiges Detail für Altholz aus Rückbau: In der DDR wurde DDT deutlich länger eingesetzt als im Westen. Während die Bundesrepublik DDT bereits 1972 verbot, lief in der DDR das Mittel „Hylotox 59" (eine Kombination aus DDT und Lindan) bis 1989/90 weiter — vor allem auf Dachbalken und in Innenräumen. Stammt dein Holz aus einem ostdeutschen Altbau, verschiebt sich das Risikoprofil entsprechend. Genau deshalb fragt der Check nach der Region.
Was der Check leistet — und was nur das Labor kann
Dieser Check verbindet Baujahr, Region und Einsatzort zu einer historischen Plausibilität: „In dieser Konstellation wurden typischerweise diese Mittel verwendet." Mehr nicht. Er misst nichts und diagnostiziert nichts. Ob dein konkreter Balken belastet ist, klärt ausschließlich eine akkreditierte Laboranalyse (GC-MS) an einer Materialprobe. Bei begründetem Verdacht — Innenausbau mit Altholz, Kinderzimmer, Lebensmittelkontakt — ist diese Analyse gut investiertes Geld, bevor das Holz in die Wohnung kommt. Zur Entsorgung stark belasteten Holzes hilft der Entsorgungs-Wegweiser weiter.
Verwendungszeiträume und Verbote aus dem Umweltbundesamt (PCP, DDT), dem LAGA-Merkblatt M20 (Lindan/HCH) und dem DDT-Gesetz (1972): PCP-Verbot 1989, DDT-Verbot BRD 1972 / DDR bis 1989/90 (Hylotox 59), Lindan EU-weit verboten 2009. Der Check bildet daraus die historische Plausibilität — er ist keine Messung. Nachweis nur per akkreditierter Laboranalyse.
Historische Plausibilität nach Baujahr/Region/Einsatzort — KEINE Messung, keine gesundheitliche Diagnose und keine Aussage über die tatsächliche Belastung deines Holzes. Bei Verdacht ausschließlich eine akkreditierte Laboranalyse (GC-MS) entscheidet.
Häufige Fragen
Kann der Check sagen, ob mein Holz belastet ist?
Nein. Er schätzt nur, ob in dieser Bauzeit und Region typischerweise solche Mittel verwendet wurden. Ob dein konkretes Holz belastet ist, klärt allein eine Laboranalyse (GC-MS) an einer Materialprobe.
Warum ist DDR-Holz ein Sonderfall?
Weil die DDR DDT deutlich länger einsetzte als der Westen — das Mittel „Hylotox 59" (DDT + Lindan) lief dort bis 1989/90, oft auf Dachbalken. Bei ostdeutschem Altbau-Holz ist DDT daher plausibler.
Ist behandeltes Altholz im Wohnraum gefährlich?
Das lässt sich pauschal nicht sagen — es hängt vom Mittel, der Menge und der Ausgasung ab. Das ist eine Frage für Messung und ggf. Umweltmediziner, nicht für einen Baujahr-Check. Bei Verdacht: erst prüfen lassen, dann verbauen.
Wie wird im Labor geprüft?
An einer Materialprobe (obere Millimeterschicht) per Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) in einem akkreditierten Labor (DIN EN ISO/IEC 17025). Das ist der einzige belastbare Nachweis.